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Über Schwere und Leichtigkeit bei Ballett und Design

Kraft, Kontrast und ein »Pas de Deux«.

Mir ist etwas ganz wunderbares gelungen. Ich habe zum allerersten Mal zwei Pirouetten gedreht und bin sauber gelandet. Sie merken – ich habe wieder einen Vergleich meiner beiden Leidenschaften Ballett und Design für Sie.

Meine Doppelpirouette ist – endlich – gelungen, weil das Zusammenspiel aus Kraft und Balance gestimmt hat. Das Standbein ist dabei im Boden verankert und erlaubt dem Rest des Körpers die Bewegung. Alle Punkte meiner Ballettbewegungs-Checkliste waren erfüllt: Spannung, Drehimpuls, Kraft, Ausrichtung. Und dann ist es ganz leicht.

Ähnlich ist es im Design. Gestaltung braucht festen Boden unter den Füßen: ein Konzept.
Präzise Vorgaben, für alle Bereiche klar definiert. Mit Bereiche meine ich die unterschiedlichen Anwendungen, z.B. Broschüren, Anzeigen, der Web- oder ein Messeauftritt.

Am Projektbeginn braucht Gestaltung dringend auch Muße. Unterschiedliche Wege müssen gegangen werden, unterschiedliche Ansätze verglichen – um sich dann für eine Richtung zu entscheiden. Dieser Entwurf braucht dann wiederum Zeit, sich entwickeln zu dürfen. Zwischenstopps einzulegen. Zu reflektieren, feinzuschleifen.

Danach darf es dann nach meinem Geschmack auch gern mal mit Zeitdruck zugehen. Die Projekte sollen ja fertig werden. Nur am Anfang eben nicht. Denn Zeitdruck am Anfang eines Projektes führt dazu, dass man eine Sicherheitsvariante präsentiert, weil man weiß, dass diese funktioniert. Neue Wege bleiben auf der Strecke – und das will weder Kunde noch Designer.

Bleiben wir bei »Schwere und Leichtigkeit«. Mit welchen Mitteln kann man sie in die Gestaltung übertragen?

»Schwere und Leichtigkeit« sind Gegensätze. Es liegt also nahe, mit Kontrasten zu arbeiten. 3 Beispiele:

Hell–Dunkel-Kontrast

Dramatik pur: Hell ausgeleuchtete Motive. Intensives Licht. Harte Schatten.
So entstehen spannende Bildkompositionen seit der Spätrenaissance. Italien Drama halt.

Groß–Klein-Kontrast

Erinnern Sie sich an die Riesenschlange aus »Der kleine Prinz«, die einen Elefanten verdaut? Umkehrungen erzeugen Aufmerksamkeit.

Kalt–Warm-Kontrast

Ich erinnere mich an ein Projekt aus meinem Studium. Wir hatten die Wahl zwischen verschiedenen Begriffspaaren und durften uns ein Thema herauspicken. Egal ob wir Ordnung und Chaos, Hermann und Dorothea oder Müller und Maier nahmen – das Endprodukt sollte ein Plakat sein. Eine Kommilitonin z.B. hat aus Müller und Maier Wahlplakate gemacht – super!

Damals war Ordnung und Chaos mein Thema. Heute würde ich zu Hermann und Dorothea tendieren. Vielleicht das Poster farblich im Kalt-Warm-Kontrast ausarbeiten, denn: »Dieser Kontrast wird emotional wahrgenommen« sagte schon Johannes Itten, der Begründer der Farbtypenlehre. Was soll das Plakat zeigen? Hermann und Dorothea im »Pas de Deux« natürlich.

Wenn Sie auch ein Thema für mich haben – jederzeit gern.